Eine Wanderung im Randow-Welsetal

(Uckermark)  Den ganzen Vormittag spukte das Frühlingsgedicht von Eduart Mörike, der von 1804 – 1875 lebte, in meinem Kopf herum.

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Welchen Frühling, in welchem Jahr und Monat hat Herr Mörike da wohl beschrieben? Nach diesem Gedicht möchte ich aber am 16.02.2014 das Randow-Welsetal genauer unter die Lupe nehmen und begebe mich auf Wanderschaft zur Mündung der Randow in die Welse. die Mündung der Welse in die Oder werde ich aber nicht sehen. Diese Strecke ist mir als ungeübte Wanderin zu weit. Es gibt auch keine Wanderwege, und um an die Mündung der Randow in die Welse zu gelangen muss man von Wendemark auf verbotenen Pfaden gehen. Zum Beispiel die Eisenbahnlinie Berlin-Stettin überqueren. Im Sommer, wenn dann wieder die Kühe auf den Weiden sind, ist es nicht ganz ungefährlich die Wiesen zu durchqueren, besonders wenn die Mutterkühe mit ihrem Nachwuchs auf der Wiese sind.
randowmuendung
Der meteorologische Frühlingsanfang auf der Nordhalbkugel fällt auf den 1. März 2014, der astronomische Frühlingsanfang ist am 20. März 2014. Doch in diesem Jahr kann man schon Mitte Februar Frühlingsgefühle bekommen. Eisige Tage, mit Nachttemperaturen unter
- 10°C hatten wir in diesem Winter bisher nur vom 23.01. – 26.01.14, wobei ich am 26.01.14 morgens am Thermometer -16,4 °C abgelesen habe. Leichten Schneefall gab es am 21.01., der abereine Schneehöhe von 3 cm nicht überstieg. Im Westen Deutschlands waren die Temperaturen viel milder. Doch in Amerika, Osteuropa und Osttirol gab es starke Schneefälle, die zu chaotischen Zuständen führten. Das blaue Himmelsband zog sich an diesem Sonntag entlang am Horizont. Es war ein Wolkenspiel in den Farben weiß, grau und dunkelblau. In einem plattdeutschen Wetterbericht in Meck-Pomm (Mecklenburg-Vorpommern) habe ich mal gehört: „De Wind ist pustig unerwägens“ diese Formulierung trifft die Windstärke für den heutigen Tag genau. Doch die Sonne erwärmte die Luft mittags auf 10°C, da kann man den Wind doch gut ertragen. Also machte ich mich am Kopf mit der zugeschnürten Kaputze meiner Wetterjacke windfest und an den Füßen mit Gummistiefeln wasserfest. Wer weiß, wie viele Pfützen ich in den Wiesen durchwaten muss.
Frühlingsdüfte konnte ich noch nicht wirklich schnuppern, der intensive Duft der Veilchen fehlt noch, die Blüten der Schneeglöckchen und des gelben Winterlings, die schon seit ein paar Tagen in meinem Garten blühen, haben keinen bezaubernden Duft. Der Geruch, der vom Rapsfeld herüber wehte, kann man wahrlich nicht als Duft bezeichnen, wenn er auch frühlingstypisch ist. Harfentöne konnte ich auch nicht hören, aber die Trompetenklänge der Kraniche beflügelten meine Schritte. Die hatte ich schon in diesem Jahr erstmals am 04. Februar 2014 gehört. Das Schnattern einiger Gänse war auch zu hören. Verschiedene Entenarten, die auf der Welse friedlich schwammen, starteten bei meiner Ankunft mit starkem Flügelschlag in die Luft. Eine kleine Entenart erzeugte mit ihrem Flügelschlag ein ganz eigenartiges Geräusch, das sich von den anderen Geräuschen deutlich unterschied. Leider kenne ich mich in der Vogelwelt nicht aus und kann sie nicht identifizieren.
welsetal_schoenower_wald
Am Schönower Waldrand genossen die Rinder das bereitgestellte Heu und legten sich zum Widerkäuen in die Sonne. Zahlreicher Nachwuchs war auch schon mit dabei. Etwa 5 m neben der Welse, ganz in der Nähe der Randowmündung, wurde vor einigen Jahren eine Gehölzschutzpflanzung angelegt. Die Ebereschen, in dem Anfang der 90ziger Jahre gepflanzten Gehölzestreifen am Mittelgraben in Wendemark, der in die Randow mündet, sind fast verschwunden. Die hat der Biber gefällt. Auch von den großen Pappeln hat er unten die Rinde abgenagt und sie sind nun schon teilweise alle eingegangen. Ich werde beobachten, ob der Biber hier später auch mal sein Unwesen treibt.
Viele Tierspuren konnte ich entdecken und der Maulwurf hat die Wiesen in eine schwarze Hügellandschaft verwandelt. Manchmal fragt man sich, wie so ein kleiner Maulwurf so große Hügel buddeln kann. Seinem Namen „Buddelflink“ macht er alle Ehre. Wenn der richtige  Frühling kommt, werden die Hügel alle mit großen Wiesenwalzen platt gemacht. Dann muss er wieder von vorn anfangen. Eine Gruppe Rehe wollte mit mir auch keine nähere Bekanntschaft schließen und flüchtete vorsorglich. Von Wildschweinen entdeckte ich nur die Wühlspuren, diesen Tieren möchte ich auch nicht zu nahe kommen. Einen vorzeitigen Frühlingsboten entdeckte ich aber noch, es war eine Blüte des Löwenzahns. Diese Pflanze streckt schon sehr zeitig ihre Blüte der Sonne entgegen.
Da in den Wiesen nur kleine Flächen überschwemmt waren, konnte ich meine Wanderung etwas ausdehnen und gelangte dadurch an Stellen, die für mich Neuland bedeuteten. Doch ich entschloss mich nach eineinhalb Stunden den Heimweg anzutreten. Man soll ja auch nicht gleich übertreiben.
Dabei kamen mir Geschichten aus vergangenen Zeiten in den Sinn.

So ein Artikel wird wohl nie wieder in einer Uckermärkischen Zeitung stehen:

94. Jahrgang         Angermünder Zeitung             Nr. 92   Freitag, 19. April 1940

Neues aus Uckermark.

Die Trappen sind da!
Wendemark: Alljährlich im Frühling und im Herbst stellt sich in unserem Welsebruch zwischen Wendemark und Stendell eine Schar Trappen ein. Die Trappen sind die größten Laufvögel unseres Vaterlandes. Da sie selten sind, so stehen sie unter Naturschutz und dürfen das ganze Jahr nicht geschossen werden. Als Aufenthaltsort bevorzugen sie Gegenden mit schwerem Boden. So finden sie sich häufiger in den nördlichen Teil unseres Heimatkreises wie auch im Kreise Prenzlau ein. Auch Pommern, Mecklenburg und die Börde bei Magdeburg dienen den Vögeln als Aufenthaltsorte. Sie nähren sich von Würmern, stellen besonders Drahtwürmern nach, und äsen auch von der jungen Saat. Das Gefieder ist erdfarben und der Umgebung angepasst. Die Trappen sind sehr schöne Vögel. Wie schwer es für den Jäger  war, sich heranzupirschen, schildert Hermann Löns in „Wittbart“,  einer seiner Tiergeschichten. Ein alter Trapphahn war für den Jäger immerhin eine stattliche Beute, waren doch Exemplare von 25 Pfund keine Seltenheit.
Noch in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden hier einige Trappen gesichtet, das Randow-Welsebruch war ein Trappenschutzgebiet in der Deutschen Demokratischen Republik. Jetzt wurden schon viele Jahre keine mehr gesichtet.
trappen_2
Noch eine interessante Geschichte fand ich in einem Buch mit dem Titel: Die Uckermark: Ein Heimatbuch von Reinhard Heuer (Schulrat), Bernhard Mätzke (Lehrer), veröffentlicht 1926

Das Welse- und Randowbruch einst und jetzt

Vor Jahrtausenden hatte die Oder in ihrem Unterlaufe noch nicht ihr heutiges Bett. Nördlich von Schwedt war ihr durch einen Höhenzug der Weg nach Norden verlegt. Sie floss daher durch das heutige Welse-Randowbruch. Damals wälzte sich also hier ein gewaltiger Strom der Ostsee zu, der zur Zeit der Schneeschmelze das ganze Tal ausfüllte. Bei einem solchen Hochwasser mag die Oder den ihr vorgelagerten Höhenzug durchbrochen haben. Nun fand sie einen geraden, also kürzeren Weg zur See, und ihr altes Bett wurde zu einem wilden Sumpf und Bruchgebiet mit Schilfdickichten, Torfmooren und Erlen und Weidengebüsch. Nur an zwei Stellen konnte man hindurch gelangen, nämlich dort, wo heute der Lützlower und der Blumberger Damm Brandenburg und Pommern verbinden. In den kleinen Wasseradern der heutigen Welse und Randow sammelten sich die Quellen und kleinen Bäche der Höhenränder und flossen zum Teil nach Süden, zum Teil nach Norden ab.
Als Friedrich der Große das Oderbruch entwässerte, die Oder regelte und dadurch für schnelleren Abfluss des Hochwassers sorgte, wurde damit auch das Welse-Randowbruch mehr und mehr trocken. Darum ließ der große König auch diese Brüche durch Gräben entwässern. Dadurch wurden weite Wiesenflächen gewonnen, die der Viehzucht der angrenzenden Höhendörfer sehr zu statten kamen.
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Auch heute noch bestehen Welse- und Randowbruch fast ganz aus Wiesen. Man hat sie zum Teil mit Motorpflügen umgepflügt und frisch angesät. Auf diese Weise gewinnt man große Mengen vorzügliches Heu und saftige Weiden für Rinder und Pferde. Hier und da hat man die Wiesen auch schon in Ackerland umgewandelt, das Getreide, Kartoffeln und Runkeln, auch Zuckerrüben und Tabak trägt. An einigen Stellen wird Torf gestochen. Die Fischerei, die in früheren Jahrhunderten nicht unwichtig gewesen sein mag, ist wegen Wassermangels ganz eingegangen.
Der wichtigste Verkehrsweg durch das Randowbruch ist jetzt die Chaussee zwischen Schmölln und Grünz. Durch das Welsebruch führt die Eisenbahn von Angermünde nach Stettin und der Damm bei Stendell.
Auch in der Schulchronik von Wendemark, geschrieben vom Lehrer Hermann Buchin, kann man einige interessante Berichte über Funde in dem Randow-Welsebruch lesen:
…Beim Umpflügen der Randow wurden an der einen Stelle mehrere menschliche Skelette, ein Pferdeskelett und der Kopf von einem Hund oder Wolf freigelegt. Die Pflüger fanden auch ein Stück stark verrostetes Eisen. Leider nahmen sie einen Hammer, um den Rost abzuklopfen und zerstörten es vollständig. Nach der Beschreibung wird es sich um eine Hellebardenspitze gehandelt haben, die diese Form hat.Meiner Meinung nach handelt es sich um einen Trupp Landsknechte, die im 30jährigen Krieg im Randowbruch versunken und umgekommen sind.
Im Oktober 1929 wurde in Passow beim Kartoffelmietenbewerfen ein großes Stück Bernstein gefunden.
Im Januar 1930 wurde in Passow beim Umpflügen der Welsewiesen des Gutes die Reste zweier Einbäume freigelegt. Das eine Stück hat eine Länge von 7½ m; beide sind aus Eichenholz.
Am 13.II.30 machte die Schule eine Wanderung dorthin und besichtigte den Fund. Dann besuchten wir den sogenannten Schindertanger. Im Schindertanger befindet sich ein sonderbarer Hügel, der wohl mit Sicherheit eine vorgeschichtliche Stätte ist. Auf dem Hügel befanden sich früher zwei mächtige Steine. Vor einiger Zeit wurde dort eine zersprungene Steinaxt gefunden. (Angermünder Museum). Scheinbar war hier ein Hünengrab. Vielleicht deutet aber der Name Schindertanger auf eine germanische Opferstätte hin. (Pferdeopfer).

Ergänzung 2014 dazu: Dr. Lutz Libert hat im Angermünder Heimatkalender 2013 in dem Beitrag „Zwei vorgeschichtliche Einbäume aus Passow“ einen sehr interessanten Bericht mit neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen veröffentlicht. Es wurden an den Passower Einbäumen dendrochronologische Untersuchungen (Holzuntersuchung) durchgeführt.

Hier ein kurzer Auszug:
… Der gute Erhaltungszustand der im Moor konservierten Einbäume aus Passow ließ eine derartige Untersuchung zu. Das Ergebnis belegte eine Bauzeit bereits in vorgeschichtlicher Zeit, lange vor der Existenz slawischer Bewohner im Raum Passow. Das Fälldatum der Eichen ließ sich auf das Jahr 1272 vor unserer Zeitrechnung bestimmen, die somit mehr als dreitausend Jahre alten Einbäume wurden bereits in der Bronzezeit gebaut. Mit der zeitlichen Einordnung haben die Passower Einbäume als Museumsobjekt an Wert gewonnen. Sie verdienen eine Einbeziehung in eine künftige Ausstellung des Angermünder Museums als Belege für Technologien der Holzbearbeitung, des Baus von Wasserfahrzeugen und der Nutzung der Welse als Wasserweg in vorgeschichtlicher Zeit…
Weiter berichtet die Wendemarker Schulchronik:
Am 13.10.30 stießen der Schüler Herbert Iven und der Arbeiter Willi Götting beim Kies holen auf dem Holzwerder* wieder auf ein Brandgrubengrab.
Die Urne war schon zerstört. Dafür aber waren in diesem Grab mehrere Beigaben, aus denen nun die Zeit zu bestimmen ist, aus der diese Gräber stammen. Sehr gut erhalten ist ein eisernes Messer und eine bronzenen Nadel. Die übrigen Beigaben haben unter Hitze ihre Form verloren, es sind mehrere Stücken Bronzeblech und 2 Stücken Bronzesicheln Am 25.IV. fand ich dort noch ein Stück Bronze. Danach zu urteilen scheint es sich um ein Bronzegefäß gehandelt zu haben. Römische Kaiserzeit. Besonders bemerkenswert ist die obere Hälfte eines sogenannten Segelohrringes. Eins davon scheint einen Vogelkopf darzustellen, Schnabel und Auge sind deutlich zu erkennen. Ein zweites ist unter der Hitze zusammengeschmolzen.
Der Umsicht des Schülers Herbert Iven ist es zu danken, daß der Inhalt des Grabes nicht achtlos beiseite geworfen worden ist.

*Auf dem Holzwerder in Passow entstand in den 50ger Jahren des 20. Jahrhundert der Baggerpfuhl, durch Kiesförderung für die Herstellung des Anschlussgleises an das PCK Schwedt, in den 90er Jahren der zweite Kiessee durch die Förderung von Kies für die umfangreichen Baumaßnahmen nach der Wende.

Auch ich kann über einige originelle Fundstücke berichten:

Als in der Zeit von 2004 – 2006 die Orstumgehungsstraße Passow B166n gebaut wurde fand ich im neuaufgeschütteten Kiesbett diesen seltsam geformten Feuerstein.
feuerstein
Vor einigen Jahren entdeckte ich auf einen Steinhaufen im Friedhofsgrund diesen Mahlstein.
mahlstein
Bei einer meiner vielen Drahteseltouren fand ich eine kleine runde Steinkugel auf den Wendemarker Bergen
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Eine Anfrage beim Landesdenkmalamt wurde an die Denkmalschutzbehörde in Prenzlau weitergeleitet. Hier die Antwort von Dr. Matthias Schulz

Derartige Steinkugeln wurden vom Mittelalter bis zum 30-jährigen Krieg für kleinkalibrige Kanonen benutzt. Es gibt sie auch als Geschoss für Jagtarmbrüste mindestens bis ins 18. Jh., aber dafür scheint die Kugel etwas groß. Die Fundstelle auf dem Acker lässt eine Deutung als Spielkugel sehr unwahrscheinlich erscheinen.
Tut mir leid, aber eine absolut sichere Deutung ist leider nicht möglich.

Interessante Berichte zum Randow-Welsebruch kann man ebenfalls in der Chronik der Kirchengemeinde zu Briest, die 2013, anlässlich der 725. Jahrfeier von Briest durch den Traditionsverein Wendemark e.V. veröffentlicht wurde, nachlesen.
Es gibt auch einige Sagen aus dem Randow-Welsebruch
Der Burgwall in Passow
Von der Burgstelle soll ein Klingelzug zur Schmöllner Burg gegangen sein. Wenn von Schmölln am Randowbruch entlang einer auf Passow zukam, klingelten die Schmöllner und die Passower passten den zu Beraubenden ab.

Der Räuberberg bei Schmölln
Von Penkun führt eine uralte Straße durch das Randowbruch nach dem uckermärkischen Dorfe Schmölln und von hier aus weiter nach Prenzlau. Es ist anzunehmen, dass diese Straße, ebenso wie die, welche von Pasewalk nach Löcknitz führt, ein Teil jener uralten Handelsstraße gewesen ist, welche über Neumark, Pyritz in das Innere des heutigen Russland geführt hat.

Nicht weit von Schmölln liegt der Räuberberg, der nach Südosten zu 12-20 Meter steil nach dem Randowbruch abfällt und in seinem hinteren Teile mit dem Höhenzuge in Verbindung steht, der das Randowbruch umsäumt. Zwischen diesen Höhen ist der Räuberberg durch deutlich erkennbare Gräben abgegrenzt. Auf der Spitze des Räuberberges war in alter Zeit ein sklavischer Burgwall, auf dem später eine mittelalterliche Burg erbaut wurde, von der heute noch die Reste eines viereckigen Vartturmes ähnlich denen von Löcknitz und Roten- Clempenow erhalten sind. Von diesem Berg geht die Sage aus, dass es eine Räuberburg gewesen ist, und das die Räuber, welche dieselbe bewohnten, die auf der Randow vorüberfahrenden Schiffe geplündert hätten. Man erzählt sich, dass die Räuber über die Randow während der Nacht einen Draht gezogen hätten, welcher in der Burg eine Glocke in Bewegung gesetzt hätte, wenn die darüber hingefahrenen Schiffe demselben berührten. Ferner erzählt man sich auch, das Klaus Störtebeker mit seinen Vitalienbrüdern hier gehaust hätte.

Sagen und Geschichten aus dem Welsebruch
Wie die Welse entstand
Die Welse und das Welsebruch ist eine Landschaft von besonderem Reiz.
Einst äußerst fischreich, soll sie wie aus alten Urkunden hervorgeht, sogar schiffbar gewesen sein. Wie nun die Sage zu berichten weiß, beschloss  der Teufel, das Bruch trocken zu legen und rief zwei ungeheure, höllische Stiere herbei, die ihm helfen sollten, einen Graben durch das Bruch zu ziehen. Mächtig stemmten die großen Tiere ihre Hufe gegen das Erdreich, um den Pflug von der Stelle  zu bewegen. Dies misslang jedoch auf dem sumpfigen Boden. So brachen sie, um festen Grund zu gewinnen, immer wieder nach beiden Seiten aus. Es war dem Teufel nicht möglich, eine Furche zu ziehen. So schlängelt sich der Lauf der Welse in vielen Windungen durch die Landschaft.
(Mündlich überliefert aus Kummerow; es handelt sich um eine sogenannte Wandersage, die in ähnlicher Aussage auch aus dem Spreewald bekannt ist.)
Nachdem ich einen kleinen Abstecher zum Kiessee in Passow unternommen hatte, der immer noch ein paar Eisflächen hat, und ich die Enten durch mein Erscheinen aufgescheucht hatte, machte ich mich auf den Heimweg. Es war ein schöner Nachmittag, doch ich befürchte, morgen wird mich ein Muskelkater noch einige Zeit an diese Wanderung erinnern. Man sollte eben öfter üben.
Zum Schluss meiner Wanderung war mir, als hätte ich wirklich den Frühling an diesem Tag im Februar schon vernommen.

erlebt und aufgeschrieben von Bärbel Würfel
Der Frühling im Februar, am 16.02.2014

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This entry was posted on Dienstag, Januar 5th, 2016 at 10:14 and is filed under Uckermark . You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can skip to the end and leave a response. Pinging is currently not allowed.

 

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